Nico Stehr: Moderne Sklaven oder die Symmetrie von Macht und Wissen: Ein Mythos?

14. März 2011
NICO STEHR
14. März 2011, 18.15
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Festsaal,
1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Moderne Sklaven oder die Symmetrie von Macht und Wissen: Ein Mythos?

Nico Stehr, Professor für Kulturwissenschaften an der Zeppelin Universität Friedrichshafen.

Einige Behauptungen über unser Zeitalter scheinen unstrittig: (1) Wissenschaftliche Expertise ist eine bedeutsame politische Ressource. (2) Die meisten modernen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind für die große Mehrheit der Menschen unzugänglich. (3) Die Kluft zwischen denen, die spezielle wissenschaftliche Kenntnisse besitzen oder politischen Einfluss ausüben und den meisten anderen Bürgern wächst. Viele Menschen fühlen sich dadurch entmündigt. (4) Diese Entwicklungen sind eine Belastung der repräsentativen Demokratie. Wissensproduktion und die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse entfernen sich immer schneller von dem, was Otto Neurath forderte – eine Demokratisierung des Wissens. Nico Stehr argumentiert, dass die Beobachtung mangelnder demokratischer Kontrolle der Erkenntnisproduktion und -anwendung kein Grund für Pessimismus ist. Denn: Die Verbindung von Wissen und Macht ist kein ehernes Gesetz.

Moderation:
Renata Schmidtkunz, ORF

Veranstaltungsort: Österreichische Akademie der Wissenschaften, Festsaal,
1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2

Presseberichte:
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