Internationales Projekt: Wie innovative Medien neue Qualität erzeugen

24.Juli 2020
Medienhaus Wien forscht ab Herbst 2020 als Partner in großem europäischem Projekt zu Zukunftsfragen von Journalismus- und Demokratieentwicklung.
Welcher Journalismus hat Zukunft und Relevanz? Wie beeinflussen Innovationen im Journalismus die Qualität von Berichterstattung und damit die Öffentlichkeit in der demokratischen Gesellschaft? Damit beschäftigen wir uns seit vielen Jahren. Diesen zentralen Fragen geht jetzt ein neues, internationales Forschungsprojekt nach, das ab Herbst 2020 drei Jahre lang in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien die Journalismusentwicklung untersucht. Träger sind Medienhaus Wien und die Österreichische Akademie der Wissenschaften, die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und als Projektkoordinator die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt in Deutschland. Mit insgesamt 1,3 Mio. Euro wird die Grundlagenforschung durch die nationalen Forschungsfonds der drei Länder, von DFG, FWF und SNF, gefördert.

Die Projektleiter Klaus Meier (KU), Andy Kaltenbrunner (MHW), Matthias Karmasin (ÖAW) sowie Vinzenz Wyss (ZHAW) beschreiben: „Wir erleben zerrissene Öffentlichkeiten, zersplitterte Demokratien und sogenannte postfaktische Politikdiskussionen. Das sind große Herausforderungen. Mit praxisnaher Grundlagenforschung wollen wir analysieren, wie Innovationen den professionellen Qualitätsjournalismus voranbringen können.“ Zu solchen Innovationen zählen die Forschenden zum Beispiel investigative Rechercheteams, journalistische Startups auf Basis von Spenden oder Mitgliedsbeiträgen, Datenjournalismus oder die Nutzung von Plattformen wie Facebook, Instagram oder Youtube – mit allen Chancen und Risiken. Die aktuelle Arbeit von Medienhaus Wien und Partnern, die seit mehr als einem Jahrzehnt in Forschung und Entwicklung zu Themen der Journalismus- und Digitalentwicklungen immer wieder kooperiert haben, beruht auf theoretischen Ansätzen und empirischen Erkenntnissen der ökonomischen und sozialen Innovationstheorie und auf einer normativen Theorie des Journalismus. Geplant sind viele Dutzend Case-Studies und ExpertInnenrunden im deutschsprachigen Raum, aber auch Vergleiche mit anderen europäischen Ländern.

Unterstützt wird das D-A-CH-Konsortium im Rahmen einer DFG-Mercator-Fellowship von weiteren langjährigen Forschungspartnern, dem spanischen Journalismusforscher Jose García Avilés und seinem Team der Universidad Miguel Hernández. Die dortigen ForscherInnen gehören weltweit zu den Ersten, die ein wissenschaftlich fundiertes Innovationsranking erstellt haben. Die Forschungserkenntnisse sollen international Orientierungshilfe und Ratschläge sowohl für Medienpolitik als auch für die Organisation von Medien und Redaktionen anbieten, um Innovationen zu befördern, die die Qualität des Journalismus und seine Rolle in der Gesellschaft stärken.




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