Walther Rode-Preis 2021

14. Oktober 2021
Die diesjährige Auszeichnung wurde am 14. Oktober an Alexandra Wachter, Redakteurin und Moderatorin von Puls 4/Puls 24 verliehen, für ihre sozial engagierte und zu Politik stets kritisch-distanzierte qualitätvolle Arbeit. Hier können Sie die Laudatio nachlesen.

Presseaussendung:

In guten Reportagen stehen Momentaufnahmen für das Ganze. Als die TV-Journalistin Alexandra Wachter im Juli 2020 beim Interview mit Bundeskanzler Sebastian Kurz auf Beantwortung ihrer Fragen insistiert und dem Regierungschef ein thematisch passendes Zitat aus der deutschen „Zeit“ vorhält, verliert der sonst meist kontrollierte Regierungschef die Contenance. „Aber Sie haben ja ein eigenes Hirn“, fährt er die Puls 4-Redakteurin Wachter an. Das hat sie. Alexandra Wachter hat sich damit einen Namen als zu jeweils Mächtigen kritisch-distanzierte und sachlich wohl vorbereitete Interviewerin gemacht. Medienhaus Wien zeichnet sie mit dem Walther Rode-Preis 2021 für ihre „insgesamt couragierte und sozial engagierte Arbeit“ aus, begründen MHW-Geschäftsführer Andy Kaltenbrunner und Daniela Kraus vom Presseclub Concordia die Jury-Entscheidung: „Wachters exzellent vorbereitete und mit Hirn, Selbstvertrauen und Hartnäckigkeit geführten Interviews ermöglichen den Blick hinter die message control.“ Die Journalistin habe sich zudem als Vorsitzende des „Frauennetzwerks Medien“ immer wieder ermutigend und wirksam für Gerechtigkeit und Gleichbehandlung eingesetzt.

Der von der Forschungsgesellschaft Medienhaus Wien mit 5.000 Euro dotierte Preis wird am 14. Oktober mit wissenschaftlich begründeter Laudation verliehen. Der Preis steht für „qualitätvolle und vom tagespolitischen Opportunismus unbeeinflusste Haltung im Journalismus“ im Andenken an den österreichischen Rechtsanwalt und Publizisten Walther Rode (1876-1934), dem ab 1928 ein weiteres Arbeiten in Österreich unmöglich war und dessen Bücher und Schriften im Faschismus verboten wurden. Die Jury bilden die Medienhaus Wien-GründungsgesellschafterInnen (Andy Kaltenbrunner, Matthias Karmasin, Daniela Kraus, Alfred J. Noll, Astrid Zimmermann) und das Medienhaus Wien Forschungsteam. PreisträgerInnen waren zuletzt 2020 „Standard“-Datenjournalist Michael Matzenberger, 2019 das „ORF-Ibiza-Team“ Tobias Pötzelsberger, Simone Stribl, Patrick Swanson und Michael Westhoff sowie 2018 Michael Pammesberger (Kurier).





« zurück