EU-Projekt MediaAcT zu Medienselbstkontrolle in Europa

Medienhaus Wien ist österreichischer Partner in einem europäischen Forschungsprojekt zu innovativen Formen von Medienverantwortung und Medientransparenz – MediaAcT.

Medienselbstkontrolle zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Während in Österreich der Presserat gerade wieder zum Leben erweckt wurde und sich zu etablieren versucht, wird auf europäischer Ebene nach innovativen Formen der Selbstkontrolle gesucht. Nach Medienregulierung, die auch den neuen Herausforderungen im Netz gerecht werden.
Für dreieinhalb Jahre wird sich das Projekt unter Gesamtleitung von Susanne Fengler (Geschäftsführerin des Erich-Brost-Instituts für internationalen Journalismus der TU Dortmund) mit den Fragen nach Medienverantwortung und Medientransparenz beschäftigen. Das Konsortium besteht aus elf Partnern aus ost- und westeuropäischen Ländern sowie einem Partner aus der arabischen Welt.

MediaAct unter 31 geförderten Projekten im 7. Rahmenprogramm

Den österreichischen Forschungspart übernimmt ein Team von Medienhaus Wien (Ltg. und Koordination DDr. Matthias Karmasin, Dr. Daniela Kraus).
Die Europäische Union fördert das Projekt „Media Accountability and Transparency in Europe“ (MediaAcT) im 7. Forschungsrahmenprogramm. MediaAcT ist im 7. Rahmenprogramm das einzige Medienforschungsprojekt mit österreichischer Beteiligung und wurde in der Programmlinie „Participation and citizenship in Europe” als eines von 31 Projekten unter 482 Einreichungen zur Förderung bewilligt.

Media Accountability von Finnland bis Tunesien im Vergleich

Von Finnland im Norden bis Tunesien im Süden werden die Forscherteams von 2010 bis Mitte 2013 die Entwicklung und den Einfluss verschiedener Formen der Medienverantwortung analysieren und vergleichen. In einer breit angelegten Feldstudie wollen sie herausfinden, welche etablierten und welche innovativen Formen der Medienselbstregulierung in den unterschiedlichen Ländern vertreten sind.
Denn die Qualität von Medienselbstregulierung ist auch ein Maßstab für die Qualität von Öffentlichkeit und ein wesentlicher Indikator für Medienpluralismus. Medienselbstregulierung ist umfassend zu verstehen: Sie betrifft nicht nur die Printmedien (etwa Presseräte), sondern jede Form, in der Medien (print, digital, elektronisch) der Gesellschaft gegenüber verantwortlich gemacht werden (Ombudspersonen, Medienjournalismus, Medienblogs, Ethik Kodices etc.).
Das Projekt wird nicht nur den Stand der Selbstregulierung erheben, sondern auch Empfehlungen für die europäische Politik erarbeiten. Medienhaus Wien ist insbesondere für den Transfer dieser Empfehlungen verantwortlich: In Form von Policy Briefings an die EU-Kommission, aber auch durch praxisnahe Publikationen und Workshops, etwa mit Managern europäischer Medienunternehmen.
Darüber hinaus sollen im Projekt Workshops und Online-Trainings für Medienblogger und Journalistik-Studenten entstehen.

Mehr Informationen unter http://www.mediaact.eu

Caroline Lindekamp

Neue Publikation zu Medienselbstkontrolle in Europa

Als ein erstes zentrales Ergebnis des europäischen Forschungsprojektes zu innovativen Formen von Medienverantwortung und Medientransparenz – MediaAcT – wurde Mitte 2011 ein Sammelband mit dem Titel: „Mapping Media Accountability - in Europe and Beyond“ vorgestellt.

Neben State-of-the-Art-Reports zu den 14 teilnehmenden Ländern finden sich in dem Band auch eine theoretische Einführung und eine erste länderübergreifende Analyse von Trends im Bereich der Medienselbstkontrolle. Das österreichische Kapitel „Austria: A Border-Crosser“ (verfasst von Matthias Karmasin, Daniela Kraus, Andy Kaltenbrunner und Klaus Bichler)beschäftigt sich mit der Analyse der bestehenden Instrumente der Medienselbstkontrolle in Österreich.

Ein Inhaltsverzeichnis sowie das erste Kapitel als gratis Download finden Sie unter http://www.mediaact.eu/81.html

Eberwein, Tobias; Fengler, Susanne; Lauk, Epp; Leppik-Bork, Tanja (Hg.) (2011): Mapping Media Accountability - in Europe and Beyond. Köln. Halem.